Was mir dieses Silvester besonders deutlich geworden ist

Ich glaube es gehört im Leben dazu. Zumindest aus meiner Sicht der Dinge: weitergehen. Weitergehen und mit vielem abschließen was in der Vergangenheit lag. Ich sehe mein Leben als eine Art Prozess. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit. Völlig losgelöst davon welches Lebensalter man erreicht hat, sollte man meiner Ansicht nach daran arbeiteten eine bessere bzw. differenzierte und breitere Sichtweise von der Welt zu erlangen, ein besserer Mensch werden und seine Persönlichkeit auf ein nächstes Level weiterentwickeln. Ich bin der Meinung, dass es eine allgemeine Schwäche der Gesellschaft ist das Leben nicht als Gesamtbild zu betrachten sondern ständig in traditionell gesetzten Zeitabschnitten zu denken. Wir schwelgen zu häufig in der Vergangenheit und bekommen Panik wenn wir in den genannten Zeitabschnitten nicht das erreicht haben wie andere, setzen allerdings auch wenig daran eine große Veränderung im Leben hervorzubringen, weil wir das bekannte gewohnt sind und lieben. Zumindest wenn wir „lieben“ mehr als Wohlfühlen verstehen und weniger als die wirkliche Definition. Dabei ist loslösen Teil des Prozesses. Auch das loslösen von alten langlebigen Freundschaften geht mit dem aufbauen von neuen Freundschaften umher. Jeder von uns geht eigene Wege. Auf einigen treffen wir Menschen die sich gerade auf den selben Weg befinden, andere gehen gar nicht mehr den gleichen Weg und trotzdem gehen wir gerne nochmal ein Paar Schritte in die entgegengesetzte Richtung nur um die Vergangenheit aufleben zu lassen. Gleiches galt für dieses Sylvester.

Wie üblich feierte ich Sylvester mit einigen Freunden welche ich bereits seit Grundschulzeiten kenne. Doch diesmal fühlte sich vieles anders an. Anders in dem Sinne, weil ich Ende 2017 aus meinem Elternhaus nach Münster gezogen bin und das Jahr 2018 überwiegend dort verbracht habe. Anders, weil ich einfach anders geworden bin. Mittlerweile in einem anderen Umfeld, einem anderen Alltag, in einer anderen Stadt lebe. Ich habe mich 2017 gerade deshalb für das 200 km weite Münster entschieden, um eine distanzierte Ansicht von vielen Dingen zu bekommen. Mich weiterzuentwickeln und weiterzugehen. Meine Freunde mit welchen ich Sylvester feierte blieben in der gleichen Zeit über stehen. Das machte sich bemerkbar. Die Symbiose in welcher man sich in der Vergangenheit befand war nicht mehr da. Die Wellenlänge war deutlich unterschiedlich. Punkte, welche mich zum nachdenken angeregt haben ob lang gehegte Freundschaften mit differenzierten Lebenswegen beibehalten oder egoistisch beendet werden sollten.

Ich denke es gehört im Leben dazu Abstand zu nehmen. Sich von alten zu distanzieren, weiterzugehen. Seine Denkweise neu zu orientieren. Freundschaften neu zu priorisieren. Ich habe in meinem bisherigen Leben immer sehr gerne die Fahne hochgehalten wenn es darum ging lange Freundschaften als Indikator für den Wert einer Freundschaft zu sehen. Doch nochmal erneut drüber nachgedacht denke ich, dass genau das bremsen kann. Es kann bremsen wenn man das Leben als Prozess sieht.

Frohes neues Jahr.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s